Die Branche formiert sich
Deutscher Designtag trifft sich zur ersten Strategieklausur in München

»Embrace Change« – in Sachen Veränderung sind Designer Experten : Design schafft Neues, Design gestaltet den Wandel. Sich diesem Anspruch zu stellen und ihn durch gezielte Themensetzungen zu realisieren, war Anliegen und Ziel der ersten Strategieklausur des Deutschen Designtags, die am 3. und 4. März in München stattgefunden hat. Zwei Tage lang haben mehr als 40 Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsverbände – darunter natürlich auch der Vorstand des BDG – an einer gemeinsamen Positionierung der Branche angesichts des umfassenden gesellschaftlichen Wandels gearbeitet.

Mit dem Universal Design Forum konnte der Designtag einen Verband als neues Mitglied begrüßen, der sich explizit mit den Folgen gesellschaftlichen Wandels auseinandersetzt. Das Forum beschäftigt sich unter anderem mit demographischen Projekten im kommunalen Kontext und der Förderung des Universal Design an Hochschulen und Universitäten.

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BDG Podium: Kommunikationsdesign – Beruf der Ideen?

Das dritte BDG Podium startet im Februar in Berlin. Claudia Fischer-Appelt und Sebastian Turner im Gespräch mit Boris Kochan über die Zukunft des Kommunikationsdesign. Alle Infos über Tickets und Ort gibt es hier.

bisherige BDG Podien

BDG Podium 1 mit Gesche Joost, Erik Spiekermann und Boris Kochan

BDG Podium 2 mit Julia Meer, Florian Pfeffer und Boris Kochan

Gemeinsam zum Erfolg – Mentoring-Programm des BDG gestartet

Neun Paare hatten sich dank Speeddating und Matching am Ende des Tages gefunden: Jeweils ein Mentor und ein Mentee. Ein Designer mit Erfahrung und einer mit Fragen. Zwei Jahre lang werden sie einander begleiten, Antworten auf die Frage nach Positionierung, Strategie und Profilierung suchen.

Designer gestalten Kommunikation. Sie horchen in Märkte hinein und entwickeln Konzepte, Bild- und Formwelten. Gemeinsam mit dem Auftraggeber bringen sie Marken auf den Weg. Das eigene Business wird selten mit dem gleichen professionellen Blick betrachtet. Die Entwicklung der eigenen Marke bleibt häufig auf der Strecke.

Zum ersten Mal hat daher der BDG ein Mentoring-Programm für Designer gestartet. Es begann in München mit einem zweitägigen Workshop. Unterstützt wird das Projekt von der BMW-Stiftung und maßgeblich vom Kompetenzteam Kultur und Kreativwirtschaft der Landeshauptstadt München. Sein Leiter, Jürgen Enninger, freute sich in seiner Begrüßung insbesondere darüber, dass mit diesem Programm eine Lücke in der Beratung für die Branche geschlossen ist.

Schon der Workshop zeigte, dass Mentor und Mentee gleichermaßen von dem Programm profitieren. »Es ist unglaublich, wie sehr sich die Grenzen zwischen Mentor und Mentee auflösen«, stellte Martin Stockberg begeistert fest. Er ist Mentor und hatte die Idee, das Mentoring-Konzept des Unternehmens Rock your life! an die Bedürfnisse von Designern anzupassen. Beim Workshop zum BDG Mentoring ist diese Idee hervorragend aufgegangen.

»Das Training zum Mentoringprogramm hat meine Erwartungen vollkommen übertroffen«, meinte Mentorin Gabriela Letzing. Mentee Conor Trawinski sagte rückblickend: »Ich bekomme weit mehr, als ich erwartet habe«.

Alle waren gespannt, ob sich für jeden Mentee ein geeigneter Mentor finden wird. Und tatsächlich entstanden neun perfekte Gespanne, die in den nächsten zwei Jahren zusammen wachsen wollen. Für Trainerin Mira Baumgartner war es keine Überraschung, dass die Paarungen glatt aufgehen, aber sie war erstaunt darüber, wie schnell die Teilnehmer in ein vertrauensvolles Gespräch kamen. Diese Aufgeschlossenheit, Neugierde und Dialogfreude, die offenbar alle Designer eint, sei keine Selbstverständlichkeit und eine gute Voraussetzung für ein gelungenes Mentoring.

Die BDG-Präsidentin, Claudia Siebenweiber, freut sich auf die kommenden zwei Jahre als Mentorin. »Ich glaube, es wird manchmal verrückt, manchmal still werden. Nicht alles wird wie geplant funktionieren. Aber auf jeden Fall wird man mit guten Kollegen darüber sprechen und lachen können.«

Fotos von Andreas Schebesta

Eine Frage der Haltung. Ein Nachruf auf Reinhart Braun (1926 – 2016).

„Was (…) Reinhart Braun kennzeichnet, das ist eine unübersehbare Noblesse der Formung, die keinen Ausrutscher der Appelle zuläßt. Und das bei einer Schlagkraft des Ausdrucks, die das Augenmerk anzieht und fesselt!“

So charakterisierte Fritz Seitz seinen Kollegen anlässlich der Ausstellung „Plakate aus Berlin – Braun, Förtsch – von Baumgarten und Spohn“ in der Hochschule der Künste Berlin 1991.

Reinhart Braun war ein begeisterter Gestalter von Plakaten, Buchhüllen und von Büchern. Er brachte Botschaften in Bildern auf den Punkt. In seinen preisgekrönten Plakaten sind Witz, Nachdenklichkeit und Ironie gleichermaßen zu finden. »Der Gestalter ist aufgerufen, sich mit Zielen zu identifizieren bevor er seine Mittel adäquat einsetzen kann«, hatte der langjährige Professor der Hochschule der Künste Berlin einmal gesagt. Plakate gestalten, das ist nicht einfach Werbung in fremder Sache, Plakate gestalten erfordert Haltung. Und so war dem Berliner der Bezug zu gesellschaftlichen Themen ungeheuer wichtig.
Er gestaltete für den Evangelischen Kirchentag, die Berliner Stadtmission, die Staatlichen Museen Berlin, den Sender Freies Berlin und er war seit 1960 Mitglied des BDG. Zuletzt war er Ehrenmitglied des Verbandes.

Reinhart Braun war Berliner durch und durch: 1926 in Berlin geboren, kurz nach dem Krieg studierte er Bildhauerei an der Hochschule für angewandte Kunst in Weißensee und danach studierte er an der Hochschule für bildende Künste Berlin angewandte Grafik. Hier war er Meisterschüler von Prof. Ernst Böhm. Von 1971 bis 1992 lehrte er als Professor für Visuelle Kommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin.

Reinhart Braun starb am 24. Oktober 2016 in seiner Heimatstadt.

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Foto: Gerhard Kassner | Plakate: Reinhart Braun

Haltung, Wissen, Netzwerk weitergeben – das BDG Mentoring für Designer startet.

Nur wenige Plätze verfügbar! Designer leben von ihrer Haltung und ihren Erfahrungen, die oft mühsam erworben wurden. Um so wichtiger ist es, diesen wertvollen Rohstoff nicht einfach zu sammeln, sondern gezielt weiterzugeben. Junge Kolleginnen und Kollegen können davon in erheblichem Maße profitieren, aber auch die Mentoren selbst können durch den Abgleich mit anderen Sichtweisen enorm gewinnen.

Jeder selbständige Designer fällt Entscheidungen, große und kleine: Wie geht es weiter? Als Soloselbständiger, in einer GbR oder mit der Gründung einer GmbH? Wie sich positionieren? Mit breitem Angebot oder spezialisiert auf Motion Design oder Corporate Design? Es sind Entscheidungen, von denen ihr beruflicher Erfolg abhängen kann. Und ob es eine gute Entscheidung war, weiß man leider immer erst hinterher. Erfahrung und Haltung sind da wertvolle Helfer.
Im November startet der BDG Berufsverband der Deutschen Kommunikationsdesigner daher mit Unterstützung vom Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der Landeshauptstadt München ein Mentoringprogramm. Zehn erfahrene Designer und Unternehmer stehen als Mentor zwei Jahre lang zehn Mentees beratend und vertraulich zur Seite.
Jeder Mentee muss seit mindestens einem Jahr selbständig als Designer tätig sein. Er kann sich mit allen Fragen zur strategischen Ausrichtung, zur Auftragsakquise und -abwicklung sowie zu einem allgemeinen Erfahrungsaustausch an seinen Mentor richten. Es geht ausdrücklich nicht um Grundlagen der Selbstständigkeit wie etwa Steuerfragen oder die richtige Versicherung. Es geht um Haltung. Vorgesehen sind während des Mentorings monatliche Telefonate sowie ein jährliches Treffen. Die Mentoren sind erfahrene Kollegen mit eigenem Designbüro, unter anderem Nora Bilz, rotbraun Gestaltung Berlin, Claudia Siebenweiber, vonzweidesign München, Martin Stockberg, Stockberg Gestaltung Aachen und Achim Schaffrinna, Designtagebuch Hannover.

Das Mentoringprogramm beginnt am 11. und 12. November mit einer zweitägigen Auftaktveranstaltung in München, in der sich Mentor und Mentee finden können. Matching und Einführung übernimmt eine erfahrene Trainerin der Firma »Rock your life«, die sich auf die Begleitung von Mentoringprojekten spezialisiert haben. Am zweiten Tag sind nur noch die Mentorinnen und Mentoren vor Ort und erhalten eine vertiefte Einführung in die Beratungssituation.

Als Mentees können sich ausschließlich Designerinnen und Designer aus dem Großraum München bewerben. Der BDG hat sieben Plätze zu vergeben, drei Plätze vergibt das Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der Landeshauptstadt München. Die Plätze des BDG stehen bevorzugt den BDG-Designerinnen und Designern zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich bei Interesse an die Geschäftsstelle unter info@bdg-designer.de und fordern dort die Bewerbungsunterlagen an. Bewerbungen an das Kompetenzteam schicken Sie dann bitte bis 17.10.2016 direkt an kreativ@muenchen.de

Ein Designer ist immer nur so gut wie sein Potenzial, ein Problem zu lösen. Im BDG Mentoring können Potenziale erkannt und gefördert werden – partnerschaftlich und vertraulich. Das ist Haltung, Wissen, Netzwerk mit Zukunft.