Kommunikationsdesigner verdienen kurz mal nicht allzu viel Geld: Der große BDG-Gehaltsreport 2010

Eine Familie mit dem erzielten Gehalt gründen? Das ist nicht möglich oder zumindest nur sehr begrenzt. Dieser Ansicht sind weit mehr als zwei Drittel der Kommunikationsdesigner, die an der Umfrage des BDG zum Gehalt von angestellten Kommunikationsdesignern teilgenommen haben. Doch keine Sorge: Die Karriere des angestellten Kommunikationsdesigners ist kurz. Für Familienplanung ist im Anschluss noch genügend Zeit. Nur ein Viertel der Teilnehmer der Umfrage ist länger als 6 Jahre angestellt und nur jeder Fünfte ist älter als 35 Jahre.

Allein diese Ergebnisse der Online-Umfrage des Berufsverbandes der Kommunikationsdesigner werfen ein bezeichnendes Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen angestellter Kollegen und Kolleginnen, das uns nicht eben froh gestimmt hat. Trotz stetig wachsender Umsätze innerhalb der Kreativwirtschaft, die vor allem auf das Kommunikationsdesign zurückzuführen sind, zeigen die Antworten der 932 Teilnehmer der Umfrage, dass ihr Beruf für die Mehrheit mitnichten eine gut gestaltete Lebensperspektive bietet.

Jeder zehnte Designer, der in Vollzeit arbeitet, verdient zwischen 1.000 und 1.500 € monatlich. Bei fast einem Drittel liegt der monatliche Verdienst unter 2.100 €. Wohl gemerkt: weit mehr als die Hälfte der Kollegen und Kolleginnen verfügt laut unserer Umfrage über einen akademischen Abschluss, mehr als 80 Prozent haben zumindest ein Abitur vorzuweisen.

Die Festanstellung im Kommunikationsdesign – das sagen uns die Zahlen – ist eine Phase im Leben, die schnell vorübergeht. Drei von vier Designern sind nicht länger als 6 Jahre angestellt. »Da findet eine traurige Vergeudung an akademischen Fachkräften statt, die offenbar keine langfristige Perspektive als Angestellte haben«, meint BDG-Präsident Henning Krause.

Wir wissen um mögliche Verzerrungen der Ergebnisse, die durch das Medium Internet entstehen können. Wir wissen nicht, ob wir einen repräsentativen Querschnitt aller Kommunikationsdesigner erreicht haben oder nur eine Gruppe internet-affiner junger Angestellter. Doch unsere Beobachtungen bestätigen das allzu frühe Ende von Angestelltenkarrieren.

Führungspositionen werden von den wenigsten Kommunikationsdesignern erreicht. So tragen lediglich 6 Prozent aller Teilnehmer der Umfrage den Titel »Creative Director«. Und das ist nach unserer Einschätzung auch eine Frage der Qualifikation. »Viele Designer sind in kaufmännischer und in strategisch ökonomischer Hinsicht nicht gut genug ausgebildet«, stellt BDG-Präsident Henning Krause fest. »Das ist mit Sicherheit einer der Gründe für die begrenzten Karrieren angestellter Kommunikationsdesigner. Hier gilt es an den Hochschulen noch erheblich nachzubessern.« Die Dokumentation der gesamten Online-Umfrage mit insgesamt 24 Fragen zu diversen Aspekten der Arbeitsbedingungen von angestellten Kommunikationsdesignern finden Sie hier als PDF | 15 Seiten, 230 KB

22 Kommentare

  • Reinhard Schwederski

    Solange viele bereit sind, für einen Hungerlohn zu arbeiten, nur weil sie für einen „so tollen Kunden“ arbeiten, Überstunden ohne Bezahlung machen, und das alles auch noch super finden, wird sich nichts ändern.
    Diese so tolle Branche befindet sich doch, was die Arbeitsbedingungen angeht, kurz nach dem Mittelalter…

  • Eine Katastrophe,

    wir arbeiten uns ab und haben nichts von. Die Inhaber, Geschäftsführer verdienen sich dumm und dämlich. Das kann doch nicht sein. Quereinsteiger und Möchtegerns machen den Markt kaputt. Ich hoffe das sich wie auch in anderen Branchen Qualität durchsetzt. Es werden KEINE Überstunden entgeltet sowie kein WG und auch kein UG. Man ist Designer, huuuuh! Hört sich toll an, kaufen kann man sich von nichts, da hätte ich auch Facility Manager werden können 😉 hoffentlich ändert es sich bald. Eigentlich müssten wir für gute Arbeitsbedingungen demonstrieren!

  • Der verwaltende Gestalter

    Ach, du liebes Geld. So viel Kreativität steht uns teuer zu Gesicht. Wahrlich teuer. Aber recht und billig ist dieses Machwerk schon. Mit stumpfer Feder geschrieben verschläft es den Eindruck, als entstammten die Autoren dem fernen Lande Eunuchien, wo alle Tag für Tag, Stunde um Stunde, Minute um Minute, Sekunde um Sekunde das Hohelied der lange verschollenen Krämerseelen klagen.

    Tretet hervor, kommt heraus, zeigt euch endlich!

    Vorbei die Zeit, als Arbeit sich teilte in Bares und Wahres. Nun sind wir vereint, mampfen mit zahnlosem Biss das grüne Gras der öden Wüste leer, während die tiefe Wunde schwärend, eiternd, blutend als Rinnsal im letzten Loch pfeifend versickert.

    Stimmen wir gemeinsam ein: ICH will Kaufmann sein! Ich WILL Kaufmann sein! Ich will Kaufmann SEIN!

  • @ verwaltende Gestalter:
    Designer wollen keine Kaufleute sein – sie müssen es sein.
    Diese Berührungsängste, die in deinem Kommentar lesbar sind, sind leider keine seltene Branchenüblichkeit und verhindern, dass Designer professionell arbeiten können, sondern vielfach von der Hand in den Mund leben.

  • Mich würde interessieren, was denn nach der Karriere als Gestalter kommt… welchen Weg schlagen die Kommunikationsdesigner nach durchschnittlich 6 Jahren ein? Und schon haben wir die nächste Studie 🙂

    Ein schlauer Designer eignet sich das kaufmännische an, gesellt sich zu den Unternehmern und stellt dann günstige Gestalter ein *lol*

  • »So tragen lediglich 6 Prozent aller Teilnehmer der Umfrage den Titel Creative Director.«

    Stellt sich mir die Frage, was das ist und wo man den findet. Gibt es den auch in den halbwegs erfolgreichen 4 Leute-Design-Büro? Irgendwie finde ich den Titel als hierarchische Einteilung schon komisch. Kommt das nach Art-Direktor? Sind das Designer?

    Die Diskussion um Gehalt wird immer wieder auf komische Arten geführt. Das der Beruf des Deisgners nicht reich macht, müsste doch jedem klar sein.

    Was man danach macht? Vielleicht darüber nachdenken, warum man Designer geworden ist und zu der Antwort kommen: Weil man nicht ans Geld gedacht hat.

    @Der verwaltende Gestalter: Wunderbar :)!

  • @ Phil

    Ich wundere mich doch sehr über deinen Kommentar, der mir zeigt, dass du von den „normalen“ hierarchischen Stufen einer klassischen Designagentur keine Ahnung zu haben scheinst.

    Es geht nicht darum, reich zu werden, sondern darum, dass die Zeit, die man in Studium, Diplom, Praktikum und Arbeitszeit investiert hat, irgendwann einmal finanzielle Früchte trägt und man sich eine Familie und ein schönes Leben ausserhalb der Agentur auch noch leisten kann.

    Es ist ein Armutszeugnis für unsere Branche, sich nur für die „Kunst“ den Arsch aufzureissen und nichts dafür zu bekommen als Stress und wenig Geld von irgendeiner Altersvorsorge oder Absicherung mal ganz abgesehen.

  • @Andrea:

    Ich bin voll Deiner Meinung. War vllt. etwas überspitzt.

    Ich hoffe aber, zumindest was die »normalen« Stufen einer klassischen Designagentur angeht, dass das auch noch ein wenig oder länger so bleibt

    Ich finde es auch ein Armutszeugnis und ich bin mir sicher, dieses wird jeden Tag zigfach neu ausgestellt. Von Agenturleitenden, Kunden und denen, die das aktzeptieren. Nur was sagen wir denen, die gerne das Angebot annehmen, egal wie es aussieht? Die sich dann Mediengestalter oder sogar Kommunikationsdesigner nennen und überhaupt nicht wissen was sie da tun?

    Und wenn wir die dann ausgeschlossen haben und die sich nicht mehr »Designer« nennen dürfen, dann sind da auch wieder ganz schön viele Autodidakten ausgeschlossen, die wirklich gute Arbeit leisten. Ein Dilemma.

    Ich glaube, man braucht einfach Aufklärung über den Beruf und die Anerkennung und Wertschätzung kommt von alleine?! Da die Leute sich aber immer mehr für Design im Allgemeinen und speziell für Graphikdesign interessieren, kommt dann hoffentlich mal irgendwann eine Wertschätzungswelle. Vielleicht wünschen wir uns das zu Weihnachten 2011.

  • Dipl. Grafikdesignerin

    Und genau das ist der Grund, weshalb ich mich vor 7 Jahren selbständig gemacht habe. Ich hatte nach nur 3,5 Jahren als Angestellte ADin keine Lust mehr auf unbezahlte Überstunden bis in den frühen Morgen hinein. Sitze jetzt auch schon seit 2.30 am am Computer, aber das Geld geht in die eigene Tasche! Wir haben jetzt 9:30 pm und ich werde erst in einer Stunde fertig sein. Meine Kunden sind super – wie selbst gemalt und ich habe keinen kreischenden CD hinter mir sitzen, der meine Ideen klaut und meint, dass Teamarbeit bedeutet, dass alle erst dann gehen, wenn der eine mit seiner Arbeit fertig ist. Ach nein, da kommen ungute Gefühle hoch …

  • Fräulein Ernst

    Vielen Dank BDG für den aufschlussreichen Gehaltsreport, der in vielen Foren heiß und bisweilen kontrovers diskutiert wird.

    Nun, was tun gegen die Verarmung der Designer? Die Berufsbezeichnung schützen lassen per Petition, damit nicht jeder selbsternannte Wald- und Wiesengestalter sich Designer nennen kann?

    Aufklärungsarbeit leisten? Noch immer gehen viele FH-Absolventen ja ziemlich blauäugig in ihre berufliche Existenz ohne Basisausstattung des kaufmännischen Denkens.

    Fragen über Fragen. Und jetzt sei ihr –BDG– wieder am Zug. Wenn Design jetzt höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft geniesst, wäre es da nicht an der Zeit auch etwas für die Qualität und die Inhalte der Ausbildung zu tun? D.h. Überarbeitung der Lehrpläne an FH und Hochschulen, Enterpreneurship-Seminare ab dem ersten Semester und Kontrolle der zahlreichen Schrammelschulen, die zwar Geld kosten aber ihre Schüler nicht »lebensfähig« in die Berufsexistenz entlassen.

    Los geht’s, BDG. Vielleicht hat die Branche ja eine Chance sich von innen heraus zu reformieren.

  • Vielen Dank für das Lob, Fräulein Ernst! Als Berufsverband sehen wir unsere Aufgabe darin, die Zeichen der Zeit zu lesen, für alle sichtbar zu machen um so Denkanstöße in die Community zu geben. Uns interessiert, wie der Beruf sich wandelt und daher auch, wie zum Beispiel die Ausbildung sich wandeln müsste.

    Wir können nun allerdings nicht jedes Ding vor Ort ändern und verbessern. Die Entscheidungen in den Hochschulen treffen ja nicht wir, es heißt nicht umsonst »Hochschulautonomie«. Wir tragen gerne zum Meinungsbildungsprozess bei und liefern Informationen zu. So haben viele Mitglieder unseres Präsidiums mehrfach an Hochschulen zu den Studenten gesprochen, zu einigen Hochschulen bestehen gute kollegiale Kontakte. Insbesondere unser Christian Büning ist mit seinem berufswirtschaftlichen Vortrag häufiger – und von Studenten stets gern gesehener – Gast an Hochschulen. Manche Hochschulen wollen einfach nicht.

    Auch ein „Schutz der Berufsbezeichnung“ ist gegenwärtig nicht machbar, der ja nur über den Gesetzgeber durchführbar wäre. Da steht die gegenwärtige, auf Deregulierung geeichte Wirtschaftsdoktrin entgegen.

    Die Kontrolle der »Schrammelschulen« ist eine hoheitliche Länderaufgabe. Wir weisen allerdings die zuständigen Menschen auf Missstände hin, die uns bekannt werden.

    Ganz ernsthaft, jeder muss da vor der eigenen Türe kehren. Das Entwickeln von Curriculae sollte in den Händen der dafür Verantwortlichen bleiben.

    Schon der Teil unserer Arbeit, der mit Reden, Überzeugungsarbeit, Untersuchen, Hinweisen auf Missstände etc. zu tun hat, füllt uns gut aus. Dafür wünschen auch wir uns bisweilen etwas: mehr Anerkennung, zum Beispiel in Form von Mitgliedschaften. Ein Lob nehmen wir jedoch auch sehr gerne entgegen 🙂

  • designdesignierter

    Das Jammern ist erlaubt und insgesamt völlig zutreffend.
    Im Verhältnis zu wirklich vielen anderen Berufsgruppen ( auch akademischen ), ist es ein Klage auf verdammt hohem Niveau. Leute lest doch ersteinmal richtig – es ging hier um lediglich jeden 10. der zwischen 1000 und 1500 € im Monat verdient. Entscheidend ist für mich die Aussage, das es immer noch ein Drittel der befragten auf über 2100 € kommen – abgesehen davon ist das eine sehr wenig representative Umfrage bei etwas mehr als 900 online ( ! ) befragten Menschen.
    Der Rest wird garnicht erst aufgedröselt – wahrscheinlich Selbstständige. Mit einem derart undifferenziertem recherchierten Artikel kann wenigstens ich rein garnichts anfangen –

    Das lenktt den Verdacht auf reine Meinungsmache –
    schade, denn ungerechte Verhältnisse bezüglich der honorierung von Arbeit weltweit sind definitiv nicht wegzudiskutieren.
    Ärgerlich das solche Schreibe dazu beiträgt den Machern solcher Verhältnisse auch noch Argumente in die Hand zu geben.

  • BDG Christian Büning

    lieber designdesignierter,
    ich weiß nicht, ob du den Gehalts-Report gelesen hast. Es geht um »Gehälter«, also das Einkommen von angestellten Designern. Selbstständige Designer haben wir explizit nicht befragt, sondern im Frühjahr 2010 in einer anderen Umfrage erfasst.
    Wir haben zudem nach den Bruttogehältern gefragt, da sind 1500 € Gehalt für eine Vollzeitanstellung einfach unterirdisch.
    Wir bieten als Berufsverband keine einfachen Lösungen, sondern ein Bild der Branche und laden zur Diskussion darüber ein. Wertvolle Beiträge zu dieser Diskussion sehen wir besonders gerne.

  • Bin seit 34 Jahren „Boss“ im eigenem Unternehmen. Habe sehr früh den Mut gehabt Aufträge Grund geringer Bezahlung abzulehnen! Aber auch meine Preise – Vergütungshonorare beim Kunden zu etablieren.

    Nur Mut – es geht!

    Bezahlung/Gehälter: Warum redet jeder von Gehalt – Ich spreche von Vergütung! Hört sich nach wertvoller Leistung an, die letztendlich auch erbracht werden muss! MUSS!

    Zum Thema Berufsbezeichnung:
    Lebe in Düsseldorf und stelle fest, dass in D/dorf nur noch Grafikdesigner leben.
    Arbeiten alle in ganz wichtigen Agenturen.
    Verkünden mit Stolz für welche Kunden sie arbeiten. (Arbeiten?)
    Alleine diese Formulierung zeigt mir die eigene Wertstellung dieser „Kreativen“
    Bietet man diesen hochkarätigen Selbstdarstellern
    einen Job an werden mind. 90 % kleinlaut.
    Schade, diese „Weltmeister“ töten den verdienten und guten Ruf aller ernsthaft schaffenden Kreativen und somit die Möglichkeit Honorarsätze und/oder Vergütungen für angemessene Leistungen beim Kunden durchzusetzen.
    Ich bin schon lange dafür, dass die Begriffe Grafikdesigner und Werbeagnetur den Schutz des Gesetzes benötigen. Damit dies „Maulhelden“ entlich verstummen!

     

  • ich verstehe euren frust absolut. ich arbeite nun schon seit gut 5 jahren mit photoshop/illustrator/indesign und bin erst 18 jahre alt. man kann von einem völligen aus-langeweile-quereinsteiger reden, jedoch war ich schon für mein lebenlang kreativ und mann kann es mir nicht übel nehmen, dass ich aus leidenschaft des zeichnens/malens die vorliebe zum designen entwickelt habe. ich kann mich auch schon als konkurrenzfähig nennen, weil ich schon mehrere private langzeitprojekte und auch aufträge bewältigen konnte, die qualitativ auch nicht ohne sind. trotzdem habe ich mich nach langer reflexion entschieden, dies nicht zu studieren. die gründe sind ganz einfach:
    – das geld reicht nie und nimmer! ich will abgesichtert sein für die zukunft und brauch einen richtigen beruf, ein optimum aus geld und freude beim arbeiten.
    – ich kann schon mit meinen 18 jahren den echten designern feuer unter den hintern machen, wieso sollten das jüngere designer nicht auch mit mir anstellen können, wenn ich mit 30 jahren mal vollständig ausgebildet bin…

    das risiko ist einfach zu gross, zu dem ist der begriff ‚designer‘ nicht einmal geschützt, was in der demokratie von deutschland zwar ein problem ist, nicht aber in der direkten demokratie in der schweiz, wo jeder stimmberechtigte bürger auf die gesetzesgebende gewalt einfluss nehmen kann. aber nicht mal hier ist der begriff geschützt, und wie lange dieses prozedere dauern kann, ist uns glaub ich allen bewusst, vor allem weil das einen grossen teil der bevölkerung nicht mal interessiert und es halt nicht so viele design/kunstverbände gibt, die bei einer möglichen initiative vom volk aus nicht genügend stimmen zusammen bekommen würden.

    trotzdem werde ich in der freizeit designer bleiben, weil ich dies aus purer leidenschaft mache. vielleicht könnte ja irgendwann mal eine selbstständige agentur draus werden, nicht umsatz orientiert versteht sich, aber mehr aus zeitvertreib und interesse – dabei kann mein richtiger beruf aus einer anderen branche, z.B. als manager, anwalt o.ä. als finanzielle absicherung für mein leben dienen. das ist meiner meinung nach der perfekte plan beides zu realisieren. rein nach gewinn orientiert zu designen, käme bei mir sowieso nicht in frage. ich will spass dabei haben und mich nicht zu tode stressen, weil das geld am ende des monats nicht ausreicht.

    auf jeden fall wünsch ich allen ‚richtigen‘ designer viel erfolg in der zukunft und lasst euch von „anfängern“ und “ möchtegern-designer“ nicht runter kriegen, konkurrenz belebt schliesslich das geschäft 😉

  • @ K.A.
    … »ich arbeite nun schon seit gut 5 jahren mit photoshop/illustrator/indesign und bin erst 18 jahre alt.« … »ich kann mich auch schon als konkurrenzfähig nennen, weil ich schon mehrere private langzeitprojekte und auch aufträge bewältigen konnte, die qualitativ auch nicht ohne sind.«…

    Oh, das klingt interessant: Schon mit 13 Jahren in die CS, andere Soft- und entsprechende Hardware zu investieren, um dann schon vor dem Abi, ohne Studium oder anderweitig störender Ausbildung, den alten Hasen mal ein wenig Feuer unterm Hintern zu machen. Mit Steuern, Versicherungen, Büromiete und all dem anderen Spießerkram hast Du wahrscheinlich auch nix am Hut, oder?

    Und was die Qualität der Arbeit betrifft: Lass doch mal was sehen.

     

  • ich hör Deinen frust förmlich durch den monitor zu mir rüber schwingen.
    1. wie gesagt habe ich mit dem zeichnen/malen angefangen. danach kam digitales ‚zeichnen‘ dran und zwar mit GIMP. talent war da, ohne frage, aber nicht die richtige software. mein vater sponserte mir eine PS lizenz und mit 16 bekam ich auch schon mein erstes grafiktablett. da ich in der zwischenzeit schon genug erfahrung gesammelt hatte mit PS konnte ich hier meine kreativität völlig ausschöpfen.
    2. steuern? versicherungen? ich hatte vor allem dieses jahr viele aufträge zu erledigen und habe auch nicht einen cent dafür verlangt! wieso? weil man sich auch so ein image aufbauen kann, das geld brauchte ich nicht und ich habe es wie gesagt aus freude gemacht und mich nicht auf den umsatz fokusiert.
    wie gesagt:
    „[…] rein nach gewinn orientiert zu designen, käme bei mir sowieso nicht in frage. ich will spass dabei haben und mich nicht zu tode stressen, weil das geld am ende des monats nicht ausreicht.[…]“
    3. werde ich Dir sicher NICHT meine arbeiten zeigen. das könnte ich nämlich nur wenn ich mein privates portfolio bekannt gäbe. Du weisst schon, datenschutz, privatsphäre und so… 😉

    ob du mir glaubst oder nicht, ist mir schlussendlich egal. ich weiss wovon ich rede und ich weiss auch zu was ich fähig bin.

    wie dem auch sei, viel erfolg noch in deiner zukunft, so wie ihr euch alle anhört, habt ihr den spass am design schon längst aufgegeben, anstatt die konkurrenz mal zittern zu lassen und selbst mal gas zu geben, innovativ zu sein, kommentiert ihr euch euren frust ab. ein richtiger ökonom würde sich tot lachen bei diesem anblick.

     

  • Ich glaube, das Hauptproblem in allen Köpfen ist: Gestaltung macht uns so viel Spaß, dass die meisten das Honarar dafür als Zusatz empfinden. In anderen Jobs, in denen Überstunden und WE-Arbeit geleistet wird, wird die Bezahlung als SCHMERZENSGELD gesehen. Bei uns ist das eher „was, auch noch Geld dafür bekommen?“

    Zweiter Punkt: Diejenigen, die Design als Hobby betreiben, können es sich leisten, wenig oder kein Geld dafür zu nehmen. Das ist natürlich ihr gutes Recht. Macht aber leider die Preise für die Menschen/Agenturen kaputt, die davon leben müssen. Wir haben Solidarität nicht gelernt.

    Dritter Punkt: Mit 35 ist ein angestellter Designer entweder selbstständig, Mutter oder gehört zu den og. 20 Prozent.

     

  • Ich kann es euch nach empfinden. Bin im Bereich Spiele gelandet und sitze dort seit 5 Jahren fest. Es gibt lange Tage für wenig Geld und keine Besserung in Sicht. Und zu allem Übel bin ich da jetzt schon so lange, dass ich null Erfahrung in anderen Branchen oder Firmen habe, kein Marketing, nix mit Print etc. und auch schon über 30.
    Ich habe überlegt vielleicht einen Master drauf zu setzen. Nur weiß ich nciht in welche Richtung. Nochmal was mit Medien bringt doch ncihts, oder?
    Seht Ihr einen MBA, um das wirtschaftliche dazu zu holen, als sinnvoll? Und als was kann ich mcih danach dann bewerben?
    Ich hoffe Ihr könnt mir weiterhelfen, ich bin nämlich echt langsam am verzweifeln.

  • @ Spätzle

    Wie Sie sich sicher denken können, kennen wir den Königsweg für ein gesichertes Einkommen, mit dem man sich selbst ernähren und beruhigt eine Familie gründen kann, auch nicht. Den gibt es nämlich nicht, zumindest keinen, der für alle Designer passt. Wenn Sie in Ihrer jetzigen Tätigkeit keine Perspektive sehen, dann sollten Sie natürlich versuchen, aus der Spiele-Ecke herauszukommen. Es macht jedoch keinen Sinn panisch alle denkbaren Tätigkeiten gleichzeitig in Betracht zu ziehen. Überlegen Sie sich bitte zunächst, was Sie im Bereich Design können, was Ihnen Spaß macht und was Sie sich vorstellen können. Erst danach können Sie sinnvoll nach entsprechenden Weiterbildungsangeboten schauen.

    Wir halten innerfachliche und außerfachliche Weiterbildung für unabdingbar, um heutzutage als Designer bestehen zu können. Allerdings sollte die Weiterbildung zuvor eine Richtung bekommen, die nur Sie allein ihr geben können. Sie können sich nicht gleichzeitig als Webdesignerin, Marketingprofi und Corporate-Design-Spezialistin profilieren. Was wir allerdings in der Tat für Jede/n unabdingbar halten, sind kaufmännische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Es muss dann nicht unbedingt gleich ein MBA sein, aber es ist eine Möglichkeit.

    Wir kennen Ihre Vorbildung, Ihre Fähigkeiten und Ihre bisherigen Arbeiten nicht. Daher können wir Ihnen keine konkrete Auskunft geben. Bei keinem Weiterbildungs- oder Spezialisierungsangebot gibt es eine Garantie auf ein gesichertes Einkommen. Zumindest kennen wir ein solches Angebot nicht. Vielleicht wäre es für Sie auch sinnvoll ein Coaching in Erwägung zu ziehen. Das kostet natürlich auch wieder Geld, wird jedoch gefördert und kann unter Umständen auch wirklich weiterhelfen.

    Ansonsten können wir Ihnen nur raten, sich auszuprobieren. Man kann manchmal nur herausfinden, in welche Richtung die Fahrt gehen soll, wenn man an Dingen arbeitet. Das kann damit anfangen, dass Sie Drucksachen und eine Internetpräsenz für sich selbst erstellen. Finden Sie heraus, was Ihnen liegt und Spaß macht, denn nur damit werden Sie letztlich weiterkommen.

     

  • Seit 18 Jahren bin ich freiberuflich bzw. selbständig tätig und hatte Einblick in eine Vielzahl von Unternehmen und Agenturen. Und wirklich – mit wenigen Ausnahmen – kann man schon erschauern, was da ab geht. Tatsächlich gibt es diese für zweifelhafte Unternehmen „vorbildliche“ Angestellten (die ich kennengelernt hatte waren allesamt angelernte Kräfte zwischen 30–50 Jahren), die „selbstverständlich“ bis ultimo Überstunden ohne Mehrzahlung abgerissen haben und „natürlich“ auch an den wenigen freien Wochenenden immer erreichbar waren (das habe ich zum ersten Mal im letzten Jahr in einem mittelständischen Verlag kennengelernt). Diese Angestellte trieb offensichtlich die Angst vor dem Existenzverlust und der Glaube an die eigene Perspektivlosigkeit, aber auch Wurstigkeit, solange Geld floß. Der pekuniäre Wert einer Person wurde in dem Laden nach den Seiten gewertet, die eine Person in der Woche herunterriß. Graphische Qualität oder Kreativität war nicht gefragt. Gezählt hat, was der berufsfremde „Vorgesetzte“ – ein BWLer – schon vor vielen Jahren festgeschrieben hatte. Das eigentliche Problem mit solchen Angestellten ist doch, daß sie durch ihre Unfähigkeit zum Aufbegehren auf dem Berufsfeld der gut ausgebildeten Designer einen Scherbenhaufen hinterlassen, der zu weiterem Lohndumping führt und einer völligen Aushöhlung des Berufssinns führen. Zudem darf es nicht sein, daß sich immer mehr berufsfremde Personen anmaßen, in diesem Sektor Fachwissen mitzubringen und damit die Leistungen von Designern bewerten und – im schlechtesten Falle – schmälern. Es fehlt die Akzeptanz vor dem Designer – so wie sie in anderen studierten Berufssparten noch teilweise existiert. Ein weiteres Problem, das dann in diesem Zuge die Freiberufler/Selbständige trifft, ist deren Konkurrenzlosigkeit gegenüber diesen Angestellten. Denn wie will man im Wettbewerb gegen Menschen die Dumpinglöhne hinnehmen und einen selbstgewählten freiwilligen Verzicht auf die eigene Existenz dauerhaft akzeptieren, ein angemessenes finanzielles Angebot machen? Was ich als besonders abgeschmackt empfinde, ist der Versuch einiger Firmen, den bewußt/unbewußt ausgebeuteten Leuten eine Ersatzfamilie mit Spielchen, Ausflügen etc. zu geben. Sollen die so vergessen, daß das Privatleben an ihnen vorbeigeht?

     

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