Die Branche formiert sich Deutscher Designtag trifft sich zur ersten Strategieklausur in München

»Embrace Change« – in Sachen Veränderung sind Designer Experten : Design schafft Neues, Design gestaltet den Wandel. Sich diesem Anspruch zu stellen und ihn durch gezielte Themensetzungen zu realisieren, war Anliegen und Ziel der ersten Strategieklausur des Deutschen Designtags, die am 3. und 4. März in München stattgefunden hat. Zwei Tage lang haben mehr als 40 Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsverbände – darunter natürlich auch der Vorstand des BDG – an einer gemeinsamen Positionierung der Branche angesichts des umfassenden gesellschaftlichen Wandels gearbeitet.

Mit dem Universal Design Forum konnte der Designtag einen Verband als neues Mitglied begrüßen, der sich explizit mit den Folgen gesellschaftlichen Wandels auseinandersetzt. Das Forum beschäftigt sich unter anderem mit demographischen Projekten im kommunalen Kontext und der Förderung des Universal Design an Hochschulen und Universitäten.

Mit seinen nunmehr zehn Mitgliedsverbänden legte der Designtag in dieser Klausur knapp zehn Monate nach seiner kompletten Neuaufstellung eine weitere Basis vor, um mit einer gemeinsamen Stimme über die Potenziale von Design und die Bedürfnisse der Branche zu sprechen.

»Wir haben aus Einzelinteressen eine starke gemeinsame Stimme geformt. Damit wird es gelingen, eine Agenda zu setzen, die den Wandel aufgreift und begleitet.«

Boris Kochan, Präsident des Deutschen Designtags.

Design ist gesellschaftlich relevant. Das wird besonders deutlich an einem der Schwerpunktthemen, mit denen sich der Designtag beschäftigte. Im Rahmen der »Initiative kulturelle Integration«, die von verschiedenen Bundesministerien getragen wird, geht es im Kern um eine Verständigung über nationale Identität, um dem drohenden Zerfall der Gesellschaft zu begegnen. Der Designtag ist maßgeblich an diesem Projekt beteiligt, das vom Deutschen Kulturrat koordiniert wird. Identitätsbestimmung ist eine der herausragenden Kernkompetenzen von Design.

Designer bedürfen einer veränderten Wahrnehmung. Nur allzu oft verlangen öffentliche Stellen in ihren Ausschreibungen unentgeltliche Design-Vorleistungen. Nur so glaubt man, die Entscheidung für einen Anbieter objektiv begründen zu können. Übersehen wird dabei, dass der Designer hierfür all seine analytische und kreative Leistung schon erbringen muss. Der Designtag arbeitet unter Federführung des BDG an fairen Ausschreibungsbedingungen.

Designer brauchen neue gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Die Digitalisierung hat die Arbeitswelt grundlegend verändert. Für Kreative bedeutet das unter Anderem eine große Zunahme von Soloselbständigen, für die es neue Regelungen zu finden gilt. Der Designtag beschäftigt sich mit Positionspapieren zu den Themen Künstlersozialversicherung und Scheinselbständigkeit.

»Wir freuen uns sehr, dass die Idee einer gemeinsamen Branchenvertretung Gestalt annimmt. An diesem Prozess ist der BDG von Anfang an beteiligt. Fragestellungen wie etwa faire Ausschreibungsbedingungen werden gemeinsam mit Sicherheit leichter gegenüber Politik und Wirtschaft durchzusetzen sein.«

BDG-Präsidentin Claudia Siebenweiber

Fotos: @Deutscher Designtag

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