Günter Gerhard Lange 1921 – 2008

Berlin, 4. Dezember 2008 | Er war einer der bedeutendsten Schriftsetzer und Typografen des 20. Jahrhunderts. Am vergangenen Dienstag ist unser Ehrenmitglied Günter Gerhard Lange in München gestorben.

Das »Maschinengewehr Gutenbergs«, so hatte ihn einmal der Frankfurter Typograf Manfred Klein genannt. Er war ein brillanter Redner, der seine Zuhörer mit seiner überaus klaren und deutlichen Sprache in seinen Bann zog. Bis in das hohe Alter setzte er sich leidenschaftlich feinsinnig in seinen Vorträgen für die Weiterentwicklung der Schriftkultur ein. Er provozierte, forderte zum Widerspruch heraus und keiner hatte auch nur die geringste Chance bei seinen Lichtbildervorträgen einzunicken. Viele Kollegen werden sich mit großem Vergnügen an Vorträge erinnern, in denen GGL Sätze wie diesen formulierte: »Eine Bleiletter in den Händen zu halten und deren Punzen zu fühlen – das wäre eine Therapie für euch tastaturgläubige Bildschirmglotzer!«

Angefangen hatte die berufliche Laufbahn des Günter Gerhard Lange an der Akademie für grafische Künste und Buchgewerbe in Leipzig. Dort studierte der gebürtige Frankfurter (Oder) Kalligraphie und Schriftgestaltung, Satz und Druck bei Georg Belwe sowie Zeichnen, Malerei, Radierung und Lithographie bei Hans Theo Richter. Nach seinem Studium arbeitete er einige Jahre als freischaffender Maler und Grafiker in Leipzig.

1949 ging er nach Berlin und begann ein Jahr später zunächst als Freiberufler seine Tätigkeit bei der damals überaus bedeutenden Schriftgießerei H. Berthold. Mehr als ein halbes Jahrhundert blieb er der Marke Berthold treu und wurde 1961 zu deren künstlerischem Direktor. In dieser Zeit schuf er fast einhundert Schriften, unter anderem Arena (1951–54), Boulevard (1955), El Greco (1964), Concorde (1968–78), Akzidenz Grotesk, Imago (1979–82) und Bodoni Old Face (1983). Viele davon setzen bis heute Standards. 1989 wurde er für seine Leistungen vom amerikanischen Rochester Institute of Technology (RIT) mit dem »Frederic W. Goudy Award« ausgezeichnet.

Günter Gerhard Lange hat maßgeblich die deutsche Designszene und das deutsche Grafik-Design geprägt. Seine Schriften, aber auch die von ihm gestalteten Anzeigen stehen für kompromisslos moderne Gestaltung. Wir sind stolz darauf, dass Herr Lange über Jahrzehnte hinweg als Mitglied dem BDG verbunden war.

Am 2.12.2008 starb Günter Gerhard Lange nach einer schweren Krankheit im Alter von 87 Jahren. Wir wünschen seinen Angehörigen und seinen Freunden viel Kraft, um mit diesem Verlust zu leben.

Ehrenmitgliedschaft für Fritz Haase

Hanseatisch gediegen – ein festlicher Rahmen nach Bremer Art. In einer Feierstunde hat der BDG am 25. Juli sein langjähriges Mitglied Herrn Professor Fritz Haase zum Ehrenmitglied des Bundes ernannt.

Zahlreiche Kollegen aus der Hansestadt hatten sich im Designzentrum Bremen versammelt, um dem renommierten Designer ihren Glückwunsch auszusprechen. Der Präsident des BDG Henning Krause überreichte dem sichtlich erfreuten 70-jährigen unter anhaltendem Beifall der Anwesenden die Ehrenurkunde. Zuvor hatte der Vorsitzende der BDG-Gruppe Bremen Dieter Blase die Verdienste Haases in einer sehr persönlichen Laudatio gewürdigt.

Mit dieser Auszeichnung für sein Lebenswerk ehrt der BDG einen Kommunikationsdesigner, der sowohl als Professor für Konzeption und Fotografie an der Hochschule für Künste in Bremen als auch mit seiner Agentur Haase & Knels überaus erfolgreich tätig ist. National bekannt gemacht hat ihn die Gestaltung unzähliger Briefmarken, für die er seit 30 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Sybille Haase verantwortlich zeichnet. Seine Tätigkeit trug ihm und seiner Agentur mehr als 100 nationale und internationale Auszeichnungen ein.

Fritz Haase ist seit 1963 Mitglied im BDG und war lange Jahre als Vorstandsmitglied tätig. Bis heute unterstützt der 70-jährige die Arbeit des Verbandes.

Wir freuen uns, einen so engagierten und erfolgreichen Kollegen in unseren Reihen zu haben, und wünschen Herrn Professor Haase und seiner Frau Sybille Haase weiterhin alles Gute.

www.haase-und-knels.de