Für eine Neuausrichtung des Designpreises der Bundesrepublik Deutschland – Petition von Daniel Hyngar

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Die Fragen in Daniel Hyngars offenen Brief an den Rat für Formgebung sind bis heute nicht zufriedenstellend beantwortet worden. Bei seinen Recherchen stieß er auf eine mögliche Ursache für die Misere der deutschen Design-Awards: Es gibt derzeit keine offizielle Würdigung für Designleistungen von staatlicher Seite. Darum hat Daniel Hyngar nun eine Petition zur Neuausrichtung des Designpreises der Bundesrepublik Deutschland gestartet. Dazu gibt es diesen Kommentar im Bayrischen Rundfunk über den Betrug am Verbraucher durch die Designpreise.

Ein Gewinn bei euch ist ein Verlust für mich.
Offener Brief von Daniel Hyngar an den Rat für Formgebung

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Die Freude in seinem Gesicht erstirbt langsam, als Daniel Hyngar die näheren Konditionen für den Designpreis des Rats für Formgebung liest. Allein die Nominierung sollte 449 Euro kosten und verpflichtet dazu, im Fall eines »Gewinnens« bis zu 4150 Euro zusätzlich zu bezahlen. Äußerst verwundert über diesen vermeintlichen Designpreis, ausgelobt vom Rat für Formgebung, hat Daniel Hyngar einen offenen Brief an den Rat für Formgebung geschrieben.
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Daniel Hyngar ist Designer und Inhaber des Büros Hyngar in Köln.

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Der German Brand Award ist laut Eigenaussage »ein Premiumpreis für Marken und Markenmacher und bietet eine einzigartige Chance, Markenkompetenz unter Beweis zu stellen. […]«

 

Verwirrung in der deutschen Award-Landschaft

Der German Brand Award ist ein neuer Ableger des German Design Award, der vom Rat für Formgebung angeboten wird. Der eigentliche Designpreis der Bundesrepublik Deutschland (Auch Bundesdesignpreis genannt) wurde unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie BMWI vom DMY in Berlin verliehen. Diese Schirmherrschaft wurde jedoch abrupt im Jahr 2014 beendet. Seitdem gibt es keine offizielle Auszeichnung der Bundesrepublik für herausragende Leistungen in der Designwirtschaft. Als Ausnahme in der Kreativwirtschaft ist der Deutsche Computerspielepreis zu nennen, der mit insgesamt 470.000 Euro dotiert ist und dessen Teilnahme kostenfrei ist.

Umsatz Designwirtschaft 2014: ca. 18,8 Mrd. EURO*
Umsatz Gamingwirtschaft 2014: ca. 31,4 Mrd. EURO
Dotierung Designpreis Designwirtschaft: –
Dotierung Designpreis Gamingwirtschaft: 470.000 EURO

*ohne Werbemarkt

Der BDG fordert ausdrücklich die Wiederaufnahme einer offiziellen und dotierten Würdigung, die dem Designstandort Deutschland gerecht wird.

Zum offenen Brief von Daniel Hyngar an den Rat für Formgebung:

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Designer sind erfolgreich – wenn die Grundlage stimmt
Honorar- und Gehaltsreport 2014 veröffentlicht

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Design ist das Öl im Motor von Wirtschaft und Gesellschaft. Designerinnen und Designer sind nicht nur gefragt, sondern auch insgesamt erfolgreich: 2014 erzielten allein die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Umfrage Gehälter von insgesamt 50 Mio. Euro und Einnahmen in Höhe von rund 55 Mio. Euro. Die Summe beruht auf den Aussagen von knapp 2.700 Kolleginnen und Kollegen, die Deutschland als ihren Wohnort angegeben hatten. Insgesamt erteilten gut 4.280 Designerinnen und Designer aus Deutschland und Österreich Ende letzten Jahres bei der Online-Umfrage zum Honorar- und Gehaltsreport Auskunft zu ihren Lebens- und Arbeitsbedingungen.

Designer sind eine Wirtschaftsmacht! Wir gehen davon aus, dass wir etwa ein bis zwei Prozent aller deutschen Designer erreicht haben. Damit sprechen wir im Bereich Industrie- und Kommunikationsdesign von einer Wirtschaftskraft von mindestens 5 bis 11 Mrd. Euro pro Jahr.

Allein die Teilnehmer des Reports erwirtschaften über 100 Millionen Euro Umsatz

Designer können sehr viel Geld verdienen, gehören aber dennoch in der Regel nicht zu den Spitzenverdienern. Das zeigen die Ergebnisse des Reports deutlich: Das mittlere Einkommen der Angestellten liegt danach bei 2.800 Euro brutto monatlich – das liegt um einiges unter dem Durchschnittsgehalt deutscher Arbeitnehmer in Höhe von 3.527 Euro brutto, das die Bundesregierung für 2014 ermittelt hat. Zwar erhalten drei Prozent der Teilnehmer mehr als 5.700 Euro Gehalt, mehr als jeder Fünfte verdient allerdings weniger als 2.100 Euro im Monat.

Die Jahresnettoeinnahmen der Selbständigen betragen im Mittel 46.300 Euro. 8,1 Prozent nehmen mehr als 150.000 Euro ein, bei einem Drittel der Teilnehmer liegen die Einnahmen in 2014 bei weniger als 20.000 Euro. Ein Betrag, von dem noch Betriebsausgaben, Steuern und Versicherungen abzuziehen sind. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass knapp die Hälfte der Teilnehmer angibt, sich nicht um eine Vorsorge kümmern zu können.

Industriedesigner sind im Schnitt etwas erfolgreicher als ihre Kollegen aus dem Kommunikationsdesign. Die Österreichischen Designerinnen und Designer schnitten insgesamt etwas schlechter ab. Das führen wir darauf zurück, dass die Teilnehmer aus unserem Nachbarland im Durchschnitt jünger waren.

Wirtschaftlicher Erfolg hängt in entscheidender Weise von der Erfahrung und der Qualifikation ab. Das zeigen die Queranalysen, die erstmalig einen detaillierten Blick auf die Beteiligten der Designbranche erlauben. Mit jedem Jahr Berufserfahrung mehr steigen Gehalt und Honorar deutlich. Komplexer ist die Situation in Bezug auf die Qualifikation. Für Industriedesigner und für angestellte Kommunikationsdesigner gilt: Je qualifizierter der Abschluss desto höher Einkommen und Einnahmen. Bei den selbständigen Kommunikationsdesignern hingegen kann man beobachten, dass die Teilnehmer mit einem Realschulabschluss und einer Ausbildung häufig zu den besser Verdienenden zählen. Möglicherweise erwirbt diese Gruppe durch ihre Ausbildung mehr unternehmerische und organisatorische Kompetenzen, die für den Erfolg als Selbständiger von Bedeutung sind, als ihre akademischen Kollegen es tun.

Daraus lässt sich ableiten, dass diese Unternehmerqualitäten nicht nur fester Bestandteil der akademischen Ausbildung von Designern sein sollten, sondern deren Pflege fest im Alltag der Designer etabliert sein muss. Um die Potenziale der Designer langfristig nutzen zu können, brauchen die Designer nicht nur profundes Wissen, sondern eine adäquate Haltung und ein belastbares Netzwerk. Noch wichtiger für den nachhaltigen Erfolg der Designer ist aber ein Markt, der seriöse Kalkulationen zulässt und Entwurfsleistungen fair honoriert. Der Report zeigt sehr deutlich, dass der Designmarkt für ein Viertel der Designer diese Fairness nicht hergibt.

Design ist geschäftsentscheidend. Designer brauchen Fairness!

Der Honorar- und Gehaltsreport wurde gemeinsam vom BDG Berufsverband der Deutschen Kommunikationsdesigner e.V., dem VDID Verband Deutscher Industrie Designer e.V. und dem österreichischen Verband designaustria erstellt. Die 140-seitige Dokumentation der Online-Umfrage zu diversen Aspekten der Arbeitsbedingungen von selbständigen und angestellten Kommunikationsdesignern gibt es hier als PDF:
Honorar- & Gehaltsreport 2014 herunterladen (PDF, 3 MB)

Druckexemplare können in den Geschäftsstellen des BDG unter info@bdg-designer.de und des VDID unter mail@vdid.de abgerufen werden. Für Journalisten sowie Mitglieder des BDG und VDID ist die gedruckte Dokumentation kostenfrei. Allen anderen senden wir sie gerne gegen eine Schutzgebühr von 10,00 Euro versandkostenfrei zu.

 

 

Wie wird man eigentlich Gutachter für Design?

Jochen Hommen-Becker

Jochen Hommen-Becker ist frisch gebackener Gutachter für Design. Der Designer (Jahrgang 1962) studierte bis 1989 visuelle Kommunikation an der FH Düsseldorf, bis 1995 bei H. F. & P., Agentur für Kommunikation, Düsseldorf, anschließend als Art Director bei BBDO in Köln. Seit 1996 ist er selbstständiger Designer mit eigenem Büro. Hommen-Becker arbeitet für u.a.: Continental AG, Klöckner & Co SE, Hydro Aluminium Deutschland GmbH, Aon Holding Deutschland GmbH, Sonepar Deutschland GmbH, Axa Investments Managers Deutschland GmbH, Inter Versicherungsgruppe. Jochen Hommen-Becker ist BDG-Designer seit 2001.

Ab wann wird ein Gutachter für Design zu einem Fall hinzugezogen?
Ein Sachverständiger wird immer dann hinzugezogen, wenn Zwei sich streiten und keine der Parteien ein entsprechendes Fachwissen besitzt, das zur Lösung des Streits führt. Dieser Fall muss nicht zwangsläufig ein Gerichtsverfahren sein, sondern kann auch im privaten Bereich zur Klärung eines Sachverhalts angesiedelt sein. Der Sachverständige wird dabei durch eine oder auch beide streitenden Parteien beauftragt. Der Sachverständige kann natürlich auch durch ein Gericht hinzugezogen werden, wenn die beiden Parteien sich bereits im Gerichtsverfahren befinden.

Im Bereich Design gibt es die unterschiedlichsten Fälle, bei denen der Sachverständige Fragen per Gutachten klärt. So beispielsweise bei Autoren-/Künstlerangelegenheiten wie z.B. die Feststellung der Künstlereigenschaft, die Feststellung der künstlerischen Gestaltungshöhe oder der eigenschöpferischen Leistungen, die Abgrenzung künstlerischer und gewerblicher Arbeit. Aber auch in designeigenen Fragen zu Konzeption und Visualisierung wie z.B. Layout, Gestaltung, Logoentwicklung, Webdesign, VKF-Maßnahmen, Präsentationen, Fotos, Corporate Identity/Corporate Design etc. kann ein Sachverständiger zur Klärung hinzugezogen werden. Ebenso sind Urheberrechtsfragen wie Ideenklau, Doppelschöpfung, Fälschung, Plagiat, Manipulation, schutzfähige und genehmigungspflichtige Bearbeitung oder die Bewertungen von marktüblichen Lizenzvergütungen, Copyright- und Nutzungshonoraren Felder für die Gutachtenerstellung. Und natürlich nicht zu vergessen: Klärung von Sachverhalten im weiten Bereich der Umsetzung und Produktion wie Druckvorlagen/Lithos/Scans/digitale Bildbearbeitung, Webseitenumsetzung, Qualitätsbeurteilung, Kostenbewertung, Produktionsfehler/Beschädigung/Mängel, Offset- und Siebdruck.

Worüber befinden Gutachter, die von Gerichten bestellt werden?
Sachverständige befinden ausschließlich über Sachverhalte. Hierzu stellt das Gericht dem Sachverständigen sogenannte Beweisfragen, die sehr unterschiedlich ausfallen können. Das Gericht fordert den Sachverständigen auf, im Rahmen der Beweisfrage/n bestimmte Themen zu erläutern und darzustellen und sein fachliches Urteil abzugeben. Die Beantwortung der Beweisfrage muss immer unparteiisch erfolgen – selbst in einem Privatgutachten, dass dann zu Lasten des Auftraggebers ausfallen wird. Der Sachverständige darf bei Gericht wie auch bei Privatgutachten unter keinen Umständen Rechtsfragen beurteilen oder gar beantworten.

Was muss ein Gutachter können, was muss er wissen?
Er muss vor allem einen hohen Sachverstand zu seinem Berufsfeld mitbringen, in dem er als Sachverständiger Gutachten erstellen möchte. Da hilft natürlich eine längere Tätigkeit im Berufsfeld und damit Erfahrung. Er muss wissen, wovon er spricht. Und er muss in der Lage sein, Dritten dieses zum Teil komplexe Fachwissen möglichst einfach und eindeutig darzustellen, um so zur Klärung des Sachverhalts beizutragen.

Daneben muss dem Sachverständigen klar sein, dass er sich zum Teil – gerade bei Gerichtsgutachten – mit trockenen Gerichtsakten und -gesetzen und natürlich Richtern und Parteien auseinander setzen wird, die keinen oder geringen Sachverstand haben. Das liegt nicht unbedingt jedem kreativen Kopf. Der Sachverständige sollte Spaß am Schreiben und Formulieren haben. Gutachten sind grundsätzlich schriftlich auszuführen. Wer ungern die Tastatur benutzt, um Worte und Sätze zu schreiben, die er sich ausdenkt, hat schlechte Karten.
Und der Sachverständige sollte aus meiner Sicht über einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn verfügen – das ist zumindest mein Hauptantrieb.

Wie sind Sie zum Gutachter geworden?
Das war mehr Zufall als geplant. 2008 hatte ich eine klassische Steuerprüfung, bei der das Finanzamt zum Schluss kam, dass ich entgegen der bis dahin gültigen Praxis gewerbesteuerpflichtig sei und so folgerichtig Gewerbesteuer in nicht unerheblichen Maße nachzuzahlen hätte. Es halfen keinerlei sachliche Argumente wie vermittelnde Gespräche mit dem Finanzamt, sodass die Sache vor dem Finanzgericht endete. Zwei während des Verfahrens erstellte Gutachten sowie ein drittes vom Gericht beauftragtes Gutachten haben letztendlich zur finalen Klärung des Sachverhalts und zur Wiederherstellung des Status Quo 2012 gesorgt. Vier Jahre Verfahrensdauer sind eine lange Zeit, die sich nicht unbedingt positiv auf die eigene Kreativität auswirken.

Burkhard Marowski war der von mir damals beauftrage Sachverständige, ein Kollege aus der Düsseldorfer BDG-Gruppe. Ohne ihn wäre ich vielleicht heute nicht mehr als Designer tätig. Das Thema Sachverständiger und Gutachten hat mich ab 2012 weiter begleitet, da viele meiner Kollegen im Düsseldorfer Raum von den Finanzämtern gewerbesteuerpflichtig gemacht wurden. Auch Burkhard Marowski fragte mich immer wieder, ob das nicht auch etwas für mich wäre. Und als er Anfang 2014 beschloss, in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen, liess er nicht locker, bis ich versprach, in seine Fußstapfen zu treten.

Ein weiteres Argument war und ist, dass es nicht allzuviele Sachverständige in unserem Berufsfeld gibt. Sachverständige sind aber auch hier dringend notwendig. Und da ich selbst sehr wahrscheinlich ohne Sachverständige kein Recht bekommen hätte, möchte ich dem einen oder anderen Kollegen behilflich sein. Der Ausbildungsprozess ist schnell erklärt: über das IfS (Institut für Sachverständigenwesen) in Köln habe ich die notwendigen Grundkurse für die Tätigkeit als Sachverständiger erworben und werde sehen, ob die Praxis auch der Theorie gerecht wird.

Gibt es für den Bereich Kommunikationsdesign ausreichend fachkundige Kolleginnen und Kollegen? Welchen beruflichen Hintergrund muss ein Gutachter haben?
Es gibt im Gegensatz zu den klassischen Sachverständigenthemen wie KFZ und Bau nur eine sehr überschaubare Anzahl von Kollegen, die im Bereich des Kommunikationsdesign als Sachverständige tätig sind.

Der berufliche Hintergrund ist variabel. Wer als Sachverständiger tätig sein will, sollte eine hauptberufliche Tätigkeit im Bereich der Kommunikation als Hintergrund haben. Sei es als Kreativer oder Berater. Es gibt Kollegen und Kolleginnen, die ausgebildete Designer sind oder solche, die als Berater oder Juristen innerhalb der Branche tätig sind oder tätig waren. In jedem Fall sollte man die grundsätzlichen Abläufe und Entstehungsprozesse kennen.

Hier gestalten keine Profis –
im Chat mit dem Designdumper Brandsupply

Unter der Domain brandsupply.de bietet der deutsche Unternehmer Orlando Kreilemann von den Niederlanden aus einen Service an, bei dem Auftraggeber für schmales Geld ein Logo kaufen können. Der Anbieter lebt von den Provisionen, die bei jedem Auftrag fällig werden. Designer und kundige Designeinkäufer wissen natürlich, dass hier kein Design verkauft wird, sondern allenfalls Dekoration, aber darum geht es diesmal nicht.

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Es geht um ein Geschäftsmodell, bei dem alle zu profitieren scheinen bis auf die Designer. Wir waren uns aber nicht sicher, ob das wirklich so ist. Daher haben wir uns in den brandsupply-chat geworfen und ganz offen unsere Fragen gestellt. Die Antworten sind erfrischend ehrlich.

Zur Info: Brandsupply zeigt auf seiner Seite ein paar Zahlen zu seinem Geschäft, auf die wir uns im Chat beziehen werden.

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Hier der vollständige Chat:

 

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