Kaufmännische Ausbildung für Designer an deutschen Hochschulen ist unzulänglich

Unfassbare 91 Prozent der selbstständigen Designerinnen und Designer sind mit ihrer kaufmännischen Ausbildung an ihrer Hochschule nicht oder gar nicht zufrieden.

Das ist ein Ergebnis der Umfrage »Wie leben selbstständige Designer nach ihrem Berufsstart?«, die der BDG Bund Deutscher Grafik-Designer im April diesen Jahres unter Berufsanfängern durchführte.

Der BDG versteht diese Aussage der Umfrage als einen überaus deutlichen Appell an die Hochschulen, Ausbildungsinhalte zu überprüfen und nachzubessern. Wenn noch nicht einmal zehn Prozent der Designer mit der kaufmännischen Ausbildung an ihrer Hochschule zufrieden waren, dann heißt das: Designerinnen und Designer sind unzulänglich auf ein Berufsleben vorbereitet, das für den Großteil unter ihnen in die Selbstständigkeit mündet.

Sicher, die Umfrage ist nicht repräsentativ, sie ist keine wissenschaftlich fundierte Studie, aber sie zeigt mit etwa 600 Teilnehmern eine deutliche Tendenz.

Folgen dieser Unzulänglichkeit in der kaufmännischen Ausbildung sind an einigen Antworten auf die 30 Fragen der Umfrage abzulesen: So schreibt nur etwa jeder fünfte Designer (21,6%) immer eine Auftragsbestätigung, die beiden Vertragspartner signalisiert, dass überhaupt ein Vertrag zustande gekommen ist. Knapp ein Viertel der Befragten (23%) arbeiten ohne Haftpflichtversicherung. Das ist grob fahrlässig – für Designer wie für Auftraggeber. Insgesamt zeichnet die Umfrage ein facettenreiches Bild des Berufsstandes Kommunikationsdesign, der nach wie vor vielen als überaus attraktiv gilt. Der Einstieg ist mühsam, zweifelsohne. Immerhin ein Achtel der Teilnehmer ist unzufrieden, sieht sich schlecht gestartet, mit schlechten Perspektiven (10,7%) und denkt gar ans Aufhören (2%).

Neben der unzulänglichen Ausbildung bemängeln die Teilnehmer der Umfrage auch die fehlende Unterstützung durch Behörden und Institutionen. Deutlich mehr als ein Drittel erleben die beteiligten Behörden als nicht sehr hilfsbereit (29,4%) bis nicht hilfsbereit (9,2%). Auch hier ist eine deutliche Veränderung notwendig.

Trotz aller Schwierigkeiten, und das sei deutlich vermerkt, würden sich 90,5 Prozent aller Teilnehmer wieder als Designer selbstständig machen.

Die Auswertung der Umfrage gibt es als PDF (19 Seiten, 76 KB).

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