Eine Frage der Haltung. Ein Nachruf auf Reinhart Braun (1926 – 2016).

„Was (…) Reinhart Braun kennzeichnet, das ist eine unübersehbare Noblesse der Formung, die keinen Ausrutscher der Appelle zuläßt. Und das bei einer Schlagkraft des Ausdrucks, die das Augenmerk anzieht und fesselt!“

So charakterisierte Fritz Seitz seinen Kollegen anlässlich der Ausstellung „Plakate aus Berlin – Braun, Förtsch – von Baumgarten und Spohn“ in der Hochschule der Künste Berlin 1991.

Reinhart Braun war ein begeisterter Gestalter von Plakaten, Buchhüllen und von Büchern. Er brachte Botschaften in Bildern auf den Punkt. In seinen preisgekrönten Plakaten sind Witz, Nachdenklichkeit und Ironie gleichermaßen zu finden. »Der Gestalter ist aufgerufen, sich mit Zielen zu identifizieren bevor er seine Mittel adäquat einsetzen kann«, hatte der langjährige Professor der Hochschule der Künste Berlin einmal gesagt. Plakate gestalten, das ist nicht einfach Werbung in fremder Sache, Plakate gestalten erfordert Haltung. Und so war dem Berliner der Bezug zu gesellschaftlichen Themen ungeheuer wichtig.
Er gestaltete für den Evangelischen Kirchentag, die Berliner Stadtmission, die Staatlichen Museen Berlin, den Sender Freies Berlin und er war seit 1960 Mitglied des BDG. Zuletzt war er Ehrenmitglied des Verbandes.

Reinhart Braun war Berliner durch und durch: 1926 in Berlin geboren, kurz nach dem Krieg studierte er Bildhauerei an der Hochschule für angewandte Kunst in Weißensee und danach studierte er an der Hochschule für bildende Künste Berlin angewandte Grafik. Hier war er Meisterschüler von Prof. Ernst Böhm. Von 1971 bis 1992 lehrte er als Professor für Visuelle Kommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin.

Reinhart Braun starb am 24. Oktober 2016 in seiner Heimatstadt.

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Foto: Gerhard Kassner | Plakate: Reinhart Braun

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