Ein Blick zu Sabine Koch in die Bundesgeschäftsstelle

Sabine_Koch_BDG_Bundesgeschaeftsstelle

Wann immer Sie den BDG anrufen, sprechen Sie vermutlich zuerst mit unserer Geschäftsstellenleiterin Sabine Koch. Sie kennt die Antworten auf fast alle Fragen und kann die passenden Kontakte vermitteln. Denn seit mittlerweile 10 Jahren leitet sie die Geschäftststelle des BDG und behält bei allen schwierigen Themen den Überblick. Auch bei dringlichen Fragen von BDG Kollegen aus ganz Deutschland, bei eiligen Presseanfragen oder in der Beratung von Auftraggebern und Verwertern ist Sabine Koch meist die erste Stimme des BDG. Ganz nebenbei hat Sabine in nordischem Understatement Anfang März ihr Jubiläum beim BDG gefeiert. Dafür sagen wir vom Präsidium im Namen aller Mitglieder herzlichen Dank! Gerne mehr.

Sie erreichen Frau Koch per Email unter info@bdg-designer.de und telefonisch (030 24531490) zu folgenden Zeiten:

Montag, Mittwoch, Donnerstag von 9:00 – 16:00 Uhr
Dienstag von 9:00 – 17:30 Uhr
Freitag von 9:00 – 14:30 Uhr

Für eine Neuausrichtung des Designpreises der Bundesrepublik Deutschland – Petition von Daniel Hyngar

zNFxCEBbwWdBxKq-800x450-noPad

Die Fragen in Daniel Hyngars offenen Brief an den Rat für Formgebung sind bis heute nicht zufriedenstellend beantwortet worden. Bei seinen Recherchen stieß er auf eine mögliche Ursache für die Misere der deutschen Design-Awards: Es gibt derzeit keine offizielle Würdigung für Designleistungen von staatlicher Seite. Darum hat Daniel Hyngar nun eine Petition zur Neuausrichtung des Designpreises der Bundesrepublik Deutschland gestartet. Dazu gibt es diesen Kommentar im Bayrischen Rundfunk über den Betrug am Verbraucher durch die Designpreise.

Verdient: Ehrenmitgliedschaft an Wolfgang Baum verliehen

»Er führte den BDG an einer langen Leine. Unter seiner Führung glitt das BDG-Schiff in ruhige Gewässer.« Es ist schon einige Jahre her, dass der inzwischen verstorbene Syndikus des BDG, Friedrich W. Siebeke, mit diesen Worten die Präsidentschaft von Wolfgang Baum würdigte. Der Münchner hatte 1983 das BDG-Steuer übernommen und war mit einer einjährigen Unterbrechung bis 1990 Präsident des Verbandes.

»Er konnte niemandem böse sein und war niemandes Feind«, so schrieb Siebeke weiter in der Festschrift zum 75-jährigen Bestehen des BDG. Dem ist inzwischen noch einiges hinzuzufügen. Wolfgang Baum ist die konstante Größe aus München. Bis in dieses Jahr hinein war er Mitglied des BDG-Präsidiums – immer ansprechbar, immer freundlich, immer verbindlich.

Dabei hat Wolfgang Baum nie unter fehlender Beschäftigung gelitten. Bis Ende dieses Jahres leitete er über Jahrzehnte hinweg die renommierte Akademie U5 in München. Er engagierte sich im Weltverband der Designer ICOGRADA, war Juror in diversen Fachjuries und Leiter der Gutachter-Kommission für Grafik-Design und Foto-Design.

Ehrenmitgliedschaft_Wolfgang_Baum_byAlbertBartel
Zum Dank für sein langjähriges Engagement übergaben Arne Leichert, Christian Büning und Christa Stammnitz den Siebdruck „Der kreative Prozess“ von Christoph Niemann an Wolfgang Baum (links im Bild). Foto von Albert Bartel

Wir danken Wolfgang Baum ganz herzlich für sein Engagement im Dienste der Designer. Im Rahmen der letzten BDG-Hauptversammlung in Weimar haben wir ihm daher die BDG-Ehrenmitgliedschaft verliehen . Wir freuen uns, wenn er dem BDG seine Erfahrung weiterhin zur Verfügung stellt.

Ein Gewinn bei euch ist ein Verlust für mich.
Offener Brief von Daniel Hyngar an den Rat für Formgebung

GermanBrandAward_Nominierung_blog2

Die Freude in seinem Gesicht erstirbt langsam, als Daniel Hyngar die näheren Konditionen für den Designpreis des Rats für Formgebung liest. Allein die Nominierung sollte 449 Euro kosten und verpflichtet dazu, im Fall eines »Gewinnens« bis zu 4150 Euro zusätzlich zu bezahlen. Äußerst verwundert über diesen vermeintlichen Designpreis, ausgelobt vom Rat für Formgebung, hat Daniel Hyngar einen offenen Brief an den Rat für Formgebung geschrieben.
daniel_wide-1115x442
Daniel Hyngar ist Designer und Inhaber des Büros Hyngar in Köln.

f78a6dba77

Der German Brand Award ist laut Eigenaussage »ein Premiumpreis für Marken und Markenmacher und bietet eine einzigartige Chance, Markenkompetenz unter Beweis zu stellen. […]«

 

Verwirrung in der deutschen Award-Landschaft

Der German Brand Award ist ein neuer Ableger des German Design Award, der vom Rat für Formgebung angeboten wird. Der eigentliche Designpreis der Bundesrepublik Deutschland (Auch Bundesdesignpreis genannt) wurde unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie BMWI vom DMY in Berlin verliehen. Diese Schirmherrschaft wurde jedoch abrupt im Jahr 2014 beendet. Seitdem gibt es keine offizielle Auszeichnung der Bundesrepublik für herausragende Leistungen in der Designwirtschaft. Als Ausnahme in der Kreativwirtschaft ist der Deutsche Computerspielepreis zu nennen, der mit insgesamt 470.000 Euro dotiert ist und dessen Teilnahme kostenfrei ist.

Umsatz Designwirtschaft 2014: ca. 18,8 Mrd. EURO*
Umsatz Gamingwirtschaft 2014: ca. 31,4 Mrd. EURO
Dotierung Designpreis Designwirtschaft: –
Dotierung Designpreis Gamingwirtschaft: 470.000 EURO

*ohne Werbemarkt

Der BDG fordert ausdrücklich die Wiederaufnahme einer offiziellen und dotierten Würdigung, die dem Designstandort Deutschland gerecht wird.

Zum offenen Brief von Daniel Hyngar an den Rat für Formgebung:

Bildschirmfoto 2016-02-10 um 12.57.42

Wie werden wir arbeiten? Leseprobe aus der neuen BDG Gründerfibel

summer-office-student-work-large

Wie werden wir arbeiten?
Die Diskussion über die Zukunft unseres Berufs hat enormen Schwung aufgenommen. Einige Umrisse für die Zukunft werden erkennbar, die vor allem an diesen vier Punkten sichtbar werden:

1. Designer werden weniger in Agenturen arbeiten!
Die klassische Werbeagentur mit ungefähr 20 Mitarbeitern wird eine immer seltenere Erscheinung werden. Die Alltagsdesignjobs wie etwa das Anpassen eines Anzeigenmotivs oder die Pflege eines Katalogs werden zunehmend im Haus der Auftraggeber von Medienproduktionern übernommen. Für die Designagenturen bleibt der rein konzeptionelle Teil der Arbeit übrig. Es wird also weniger mittelgroße Agenturen geben, dafür mehr Kleinunternehmen und Einzeldesigner. Dazu wird es netzwerkartige Strukturen geben, die diese vielen kleinen Einheiten schnell und temporär verknüpfen können. Das wird neue Berufe wachsen lassen, wie zum Beispiel den des Designmanagers oder in der Designevaluation.

2. Kommunikationsdesigner werden Wege und Strukturen gestalten!
Wenn die Produktion und die serielle Umsetzung von Entwürfen aus den Händen der Designer in die Hände der Medienproduktioner wandert, wird unsere Kernkompetenz sichtbar: Wir können Strukturen erkennen, optimieren und kommunizieren. Bisher haben wir diese Fähigkeiten fast ausschließlich für Unternehmenskommunikation auf Papier oder Bildschirm verwendet. Wir werden unsere Kernkompetenzen in Zukunft jedoch in sehr viel mehr Bereichen einsetzen, zum Beispiel in sozialen Projekten oder in der Bildung. Die klassische Werbung wird sich ebenfalls stark verändern, da sie immer weniger beachtet wird. Unternehmen als Absender werden mit bezahlter Kommunikation nur dann beachtet werden, wenn sie einen relevanten gesellschaftlichen Kommunikationsbeitrag leisten. Dieser Beitrag kann zum Beispiel eine Initiative oder eine Positionierung zu einem sensiblen Thema sein. Es wird darum gehen, mit einer intelligenten Haltung verbunden zu werden, nicht mit einem simplen Kaufreiz.

3. Es wird viel mehr Anwender geben – und weniger Designer!
Die technischen Werkzeuge von uns Designern sind nahezu vollständig demokratisiert. Jeder hat Zugang zur Bildbearbeitung, jeder kann Vektorgrafiken erstellen, und jeder kann einen Film schneiden. Wir bieten also nicht mehr den exklusiven Zugang zu diesen Werkzeugen an, wie es unsere Kollegen vor 30 Jahren noch taten. Das, was wir anbieten, ist unsere Qualität der Lösungen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wenn also jeder Zugang zu den Designwerkzeugen hat, wird automatisch der Bedarf an qualitativ sehr hochwertigen Lösungen steigen, so wie es Tiefkühlgerichte und Profiköche gibt. Da die Reaktionszeiten immer kürzer werden, werden Lösungen gefragt sein, die schnell entstehen, aber einen breiten Bedeutungshorizont berücksichtigen können. Wenn jede Kommunikation das Potenzial hat, ein Unternehmen zu ruinieren, kommt den Kommunikatoren eine wichtige Rolle zu. Das begünstigt Designer mit breiter Allgemeinbildung und gesellschaftlichem Gespür. Es wird also einen Designermarkt geben für sehr hochwertige und belastbare Lösungen und einen Umsetzermarkt, der die Benutzung der Werkzeuge anbietet. Der Designermarkt wird deutlich kleiner sein als der Umsetzermarkt.

4. Der Zugang zum Designmarkt erfolgt über Bildung und Haltung!
Wenn Designer gefragt sein werden, die sich schnell in Themen eindenken können, ein breites Hintergrundwissen mitbringen und die Konsequenzen ihres Handels auf vielen Ebenen einschätzen können, dann wird sich der Zugang zu diesem Beruf stark über Bildung und Haltung regeln. Es braucht Zeit, Geld und das passende Umfeld, um diese Fähigkeiten zu erwerben. Die Ausbildung der Designer für den Designmarkt muss daher ihren Schwerpunkt von der Anwendung auf die Strategie verlegen. Diesem Anspruch in sechs Semester gerecht zu werden, wird nicht leicht sein.

Was heißt das für zukünftige Designer?

Wenn meine Vermutungen zutreffen, werden wir es mit einem Designermarkt zu tun haben, der breit ausgebildete, fähige Kommunikatoren braucht, die einen Dialog weit über Papier und Bildschirm hinaus denken können. Diese Designer werden nah an der Steuerung von Unternehmen und Projekten sitzen und müssen daher die Sprache der Steuerung und der Unternehmen verstehen und sprechen können. Diese Designer werden selbst weniger Logos gestalten oder Briefpapiere setzen, sondern den Korridor bestimmen, innerhalb dessen Entwurfsvarianten erstellt werden. Die Designer bewerten und integrieren. Sie zeichnen keine Icons, sondern Wege. Da dieser Designermarkt deutlich kleiner ist als die Summe der Designer heute, wird es einen erschwerten Zugang zu diesem Markt geben, aber auch deutlich höhere Verdienstmöglichkeiten. Die Designer, die diesen hohen Anforderungen nicht oder nicht ganz genügen, werden zusammen mit den Mediengestaltern im Umsetzermarkt ein Zuhause finden und innerhalb der vorgegebenen Korridore gestalten können.

Die Ausbildung der Designer wird sehr viel stärker den Fokus auf die Kommunikationsfähigkeiten legen müssen und weniger auf die Anwendung von Werkzeugen. Kommunikation lernt man durch das Kommunizieren, daher sollte die Ausbildung von im Beruf aktiven Designern geleitet und durch Forschung und Theorie ergänzt werden. Die Anzahl der Designabsolventen in Deutschland für diesen kleinen Designermarkt ist momentan deutlich zu hoch. Es wird also eine Spezialisierung der Hochschulen geben in Richtung Designer oder Anwender.

Wie auch immer sich unser Beruf verändern wird, wir werden ihn mit gestalten, und wir werden von dieser Gestaltung selbst geformt werden. Wir werden unser Fähigkeiten dort einsetzen, wo es geplante Kommunikation braucht. Wir werden weiter den schönsten Beruf der Welt mit Leben füllen, und dabei wünsche ich nicht nur viel Erfolg, sondern immer den richtigen Ton.

fibel06

Dieser Text ist ein Auszug aus der neuen BDG Gründerfibel von Christian Büning. Die zweite Auflage ist soeben erschienen. Mehr zur Fibel. 

Titelbild: pexels.com