KSVG II: Der Bund Deutscher Grafik-Designer fordert:

  • Die Transparenz der Abgabepflicht muss deutlich erhöht werden.
  • Die Gleichbehandlung aller Urheber und Verwerter muss gewährleistet sein.
  • Der irrigen Annahme, dass die Beschäftigung von »juristischen Personen« (GmbH, AG o. Ä.) abgabefrei ist, muss entschiedener entgegen getreten werden.
  • Die zu zahlenden Abgaben an die KSK sind ab sofort auf allen Rechnungen auszuweisen. Das erhöht die Transparenz, verdeutlicht die Gleichbehandlung aller und erleichtert den Verwertern die Zahlung der Abgaben.
  • Eine Abführung der Abgaben mit Verrechnungsmodi, ähnlich denen der Mehrwertsteuer, ist anzustreben, um ungerechtfertigte Doppelzahlungen durch die Verwerter auszuschließen.
  • Eine eindeutige Definition des Begriffes »künstlerische Leistung« ist dringend erforderlich und muss für alle (KSK, Politik, Finanzämter und Auftraggeber) gleichermaßen bindend sein.

KSVG III: Jetzt schnell ’ne GmbH gründen?

Diese Frage treibt immer mehr selbständige Kolleginnen und Kollegen um, seit die Prüfung der Künstlersozialabgaben durch die Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung auf der Auftraggeberseite für gehörigen Wirbel sorgt. Kapitalgesellschaften hätten keine Künstlersozialabgaben zu leisten, hört man immer wieder. Doch das trifft nicht zu! (Als Kapitalgesellschaften bezeichnet man beispielsweise AGs, GmbHs oder KGs. Die GbR ist keine Kapitalgesellschaft.)

Auch Kapitalgesellschaften sind abgabepflichtig für alle Leistungen, die sie bei Freischaffenden einkaufen und unter Umständen auch für das Gehalt des Geschäftsführers und seine Gewinnanteile. Richtig ist, der Auftraggeber einer GmbH wird für die Verwertung von künstlerischen oder publizistischen Leistungen, die er bei der GmbH einkauft, seinerseits nicht zur Künstlersozialabgabe herangezogen.

Wird eine GmbH also von einem Einzelunternehmer nur gegründet, um dem Kunden die Künstlersozialabgabe zu ersparen, verschiebt sich die Zahlungsverpflichtung vom Kunden auf den Gestalter. Denn falls der Geschäftsführer selbst gestaltet, ist sein Gehalt abgabepflichtig. Das kann man machen, dann müssten die Honorare eben um die Höhe der Künstlersozialabgabe steigen.

Darüber hinaus bringt die Führung einer Kapitalgesellschaft jedoch auch an anderer Stelle erhöhte Abgaben und Aufwendungen mit sich. Jeder Kaufmann kann sich leicht ausrechnen, dass auch dieser höhere Aufwand natürlich letztlich auf die Stundensätze umgelegt wird.

Unter anderem führt eine Kapitalgesellschaft im Vergleich zur Personengesellschaft zu einem höheren Aufwand

  • bei der Gründung
    (Kapital und Verträge)
  • in der Führung
    (Gesellschafterversammlungen, Beschlüsse, Protokolle etc.)
  • in der Buchhaltung
    (Pflicht zur Bilanzierung und doppelter Buchführung)
  • durch die Gewerbesteuerpflicht ohne Freibeträge
  • Diese Tatsachen sollten Kolleginnen und Kollegen ihren Auftraggebern zu bedenken geben, falls – was offenbar derzeit häufig der Fall ist – Auftraggeber Druck ausüben, »man solle doch eine GmbH gründen, um dem Auftraggeber die Zahlung der Künstlersozialabgabe zu ersparen«.

    Letztlich lässt sich so für niemanden etwas sparen.

    Weitere Informationen auf der Website der Künstlersozialkasse: www.kuenstlersozialkasse.de

1. Deutscher Designerkongress bestätigt das Anliegen der iDD

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Aus dem Plenum heraus wurde die Initiative Deutscher Designverbände (iDD) aufgefordert, weiterhin und verstärkt die Position der Designer in Wirtschaft und Politik zu vertreten. Diese starke Zustimmung kam auch für die Verantwortlichen, die Vertreter der in der iDD zusammengeschlossenen Verbände, überraschend, denn der 1. Deutsche Designerkongress thematisierte »Design für Alle« und nicht die strategische Ausrichtung der iDD.

Jetzt ist es an der iDD, diesem Auftrag, mit einer Stimme für die Anliegen der Designer zu sprechen, auch gerecht zu werden. Dazu wird noch vor Ende des Jahres 2007 eine mehrtägige Klausurtagung der iDD stattfinden.

Susanne Lengyel, Präsidentin des Verbandes Deutscher Industriedesigner (VDID), fasst die fünf Schwerpunkte der iDD zusammen:

Die gesellschaftliche Relevanz von Design verdeutlichen.
Die Wertschätzung von Design – und damit von Designern – verbessern.
Die Ausbildung der Designerinnen und Designer optimieren.
Die Diskussion um nachhaltiges Design fördern.
Den interdisziplinären Austausch vorantreiben.

Der 1. Deutsche Designerkongress am 13. Oktober 2007 in Essen schloss thematisch, zeitlich und räumlich an den Designtag Nordrhein-Westfalen an, der am Vortag in der Zeche Zollverein stattfand. Beide mit rund 200 Teilnehmern sehr gut besuchten Veranstaltungen befassten sich mit »Design für Alle«. Die iDD und das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie NRW hatten den 1. Deutschen Designerkongress gemeinsam veranstaltet.

Katharina Schwalm-Schäfer, Referatsleiterin Kreativwirtschaft im Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie NRW, kündigte während des Abschlussplenums des 1. Deutschen Designerkongresses an, die iDD auch zukünftig zu unterstützen. Dies könnte, so Frau Schwalm-Schäfer, in Form eines zweiten Deutschen Designerkongresses, möglicherweise 2008 im Zusammenhang mit der geplanten internationalen Creative Conference NRW, stattfinden.

Über die iDD

Seit November 2006 gibt es die Initiative Deutscher Designverbände (iDD). Sie arbeitet mit dem Ziel, die Rahmenbedingungen für Designerinnen und Designer sowie der Design-Nutzer zu verbessern. In der Vergangenheit agierten die bestehenden Designerverbände überwiegend im Alleingang. Die iDD wird sich daher, unter anderem mit den Design-Verantwortlichen der Ministerien der Länder und des Bundes, für eine bundesweit einheitliche Designer-Förderung stark machen.

Noch ist die iDD ein sich konstituierendes Netzwerk von acht Designerverbänden: Allianz deutscher Designer (AGD) e.V., Bund Deutscher Grafik-Designer e.V. (BDG), Deutscher Designer Club e.V. (DDC), designerinnen forum e.V., Forum für Entwerfen e.V., Forum Typografie e.V., Verband Deutscher Industrie Designer e.V. (VDID) und Verband Deutscher Mode- und Textil-Designer e.V. (VDMD).

Zusammen repräsentieren diese Verbände rund 5.100 Designerinnen und Designer.  

Kontakt
Susanne Lengyel
kontakt@i-dd.org
www.i-dd.org

Fidius legt los: Vier Fliegenfänger und ein Leuchtturm

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Der Ende 2006 gegründete Verein Fidius Faire Designwettbewerbe e.V. verfolgt das Ziel, mehr Fairness in die Wettbewerbsbedingungen von Designwettbewerben zu bringen. Erreicht werden soll dies durch eine jährliche Verleihung von Negativ- und Positivpreisen für die Veranstalter von fairen oder eben unfairen Wettbewerben.

Zu den Gründungsmitgliedern, in der Mehrzahl Designer und Rechtsanwälte, zählt auch der Düsseldorfer Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Maaßen, dessen Tätigkeitsschwerpunkt in designrelevanten Rechtsgebieten liegt und der sich als Autor von zahlreichen Standardwerken zur Berufspraxis von Designern einen Namen gemacht hat. Dr. Maaßen war zudem viele Jahre Geschäftsführer des BDG.

Kürzlich fand nun die erste Fidius-Preisverleihung statt, bei der als Negativ-Preise vier »Fliegenfänger« und als Positiv-Preis ein »Leuchtturm« verliehen wurden. Die Fliegenfänger für unfaire Ausschreibungen gingen an die Brauereien Beck’s und Bitburger, den Automobilhersteller Mazda sowie an das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Als einziges leuchtendes Beispiel für eine faire Ausschreibung erhielt die Ikea-Stiftung für ihren Wettbewerb »Wohnen in der Zukunft« den Fidius-Leuchtturm.

Wir begrüßen die Initiative des Fidius e.V. und freuen uns besonders über die Verleihung eines Negativpreises an die Brauerei Beck & Co. für die ruppigen Bedingungen des »Beck’s-it!«-Wettbewerbs, vor dem der BDG Anfang des Jahres laut und öffentlich gewarnt hatte.

www.fidius-online.de

Mister Wong hat Wettbewerbsbedingungen geändert

In einer am 17.08.2007 veröffentlichten Pressemitteilung warnte der BDG vor der Teilnahme am laufenden Mister-Wong- Logowettbewerb, da die Wettbewerbsbedingungen eine ungewöhnliche wie unangemessene Risikoabwälzung auf den Teilnehmer enthielt, dessen Werk zur Nutzung kommt.

Die Verantwortlichen bei Mister Wong reagierten schnell und entfernten diese Risikoabwälzung aus der am 20.08.2007 aktualisierten Fassung der Wettbewerbsbedingungen.

Hierzu schreibt Christian Clawien, PR-Manager von Mister Wong, dem BDG »Wir haben unseren Anwalt die AGBs nochmal durchchecken lassen und den von Ihrem Verband kritisierten Teil des Absatzes 7 ersatzlos gestrichen.« Weiter erklärt er »wir wollen absolut niemanden verunsichern …« und »worum es uns geht, ist einen schönen Crowdsourcing-Contest zu veranstalten und damit ein neues Logo zu finden.«

Das hohe materielle Risiko, das für die Teilnehmer aus den alten Bedingungen resultierte, ist also nun vom Tisch – und das ist auch gut so.