Stühlerücken in Weimar: BDG-Präsidium wird jünger und weiblicher

Die meisten Plätze wurden am Wochenende in Weimar natürlich nur symbolisch getauscht. Den Präsidentenstuhl mit der etwas höheren Lehne allerdings, den übernahm Claudia Siebenweiber nach ihrer Wahl tatsächlich ganz real: Am Sonntag, den 8. November hat das Präsidium sie einstimmig zur neuen Präsidentin des BDG gewählt. Die 36-jährige löst Christian Büning ab, der nach vier Jahren an der Spitze des Verbandes einen Schritt zurück getreten ist. Er bleibt dem BDG als Vizepräsident erhalten.

Claudia Siebenweiber ist seit sieben Jahren mit ihrem eigenen Büro als Kommunikationsdesignerin tätig. Sie lebt und arbeitet in München. Seit 2013 ist sie Mitglied des BDG-Präsidiums und hat den Honorar- und Gehaltsreport 2012 und 2014 entworfen und gestaltet. Wir freuen uns sehr mit ihr die erste Frau an der Spitze des nunmehr fast 100 Jahre alten Verbandes zu haben. Und nicht nur das: Das neue Präsidium besteht exakt zur Hälfte aus Frauen, der neue Vorstand sogar zu zwei Dritteln – und das ist einfach so passiert: durchaus gewünscht, aber gänzlich ohne regulatorische Maßnahmen.

Ganz herzlich danken wir Christian Büning für seine überaus engagierte Arbeit als Präsident. Er hat dem BDG nicht nur sein schier unerschöpfliches Reservoir an Ideen für informatorische Hilfsmittel zur Verfügung gestellt. Er hat sie auch gleich in unglaublicher Geschwindigkeit umgesetzt. Er hat Fragen und Themenstellungen aufgeworfen, die den Verband zu einem gern gesehen Gesprächspartner in der Öffentlichkeit gemacht haben. Wir freuen uns sehr, dass er weiter als Vizepräsident die Arbeit des BDG unterstützt.

Ein ebenso großer Dank geht an Arne Leichert für sein Engagement, die Zeit und die Kraft, die er dem BDG als Vizepräsident zur Verfügung gestellt hat. Er hatte nach vier Jahren sein Amt zur Verfügung gestellt, betreut aber weiterhin das Referat Öffentlichkeitsarbeit. Neu im Präsidium begrüßen wir Jakob Maser aus Münster, Autor des Buches »Das Bestiarium«, Janina Lermer, selbstständige Designerin aus München, sowie Oliver Schuh, selbstständiger Gebrauchsgrafiker aus Hamburg. Alle drei stellen sich in Kürze auf unserer Seite vor.

Nicht gewählt, aber ausgezeichnet wurde Wolfgang Baum, der für seine langjährige Unterstützung des Verbandes zum Ehrenmitglied ernannt wurde.

Es ist ein gutes Team, das sich in Weimar zusammen gefunden hat und in den kommenden zwei Jahren die BDG-Geschicke bestimmt. Wir freuen uns, dass sich so viele BDG-Designerinnen und Designern nach Weimar aufgemacht haben. Eine ganze Reihe von ihnen erklärten sich bereit, anstehende Projekte zu unterstützen. Es war ein großer und hoch motivierter Kreis, der über zurückliegende und zukünftige Projekte des BDG diskutierte. Man traf alte und lernte neue Kolleginnen und Kollegen kennen und entdeckte nicht zuletzt ­wieder oder neu auch die Stadt Weimar.

Mit der Veranstaltung »Nicht mehr und doch noch nicht« hat der BDG an diesem Wochenende auch seine Veranstaltungsreihe BDG-Podium fortgesetzt. In dem einleitenden Vortrag ging die Designhistorikerin Dr. Julia Meer der Frage nach, inwiefern der Beruf des Designers überhaupt professionalisierbar ist. Die nachfolgende Diskussion mit dem renommierten Gestalter Florian Pfeffer und dem BDG-Designer Boris Kochan beschäftigte sich dann intensiv mit der Schwierigkeit, sinnvolle Inhalte und Ziele im Designstudium zu etablieren, ein Thema, das letztlich auch das aktuelle Tun von Designern hinterfragt. Eine Aufzeichnung des Vortrags und der anschließenden Diskussion finden sie in Kürze auf dem Vimeo-Account des BDG.

Fotos von Albert Bartel und Jacob Economou

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