Die Künstlersozialabgabe KSA

Für Auftraggeber auf den Punkt gebracht: Die KSA

Die Künstlersozialkasse (KSK) ist eine Pflichtversicherung für freiberufliche Designer. Ursrprünglich für bildende Künstler konzipiert, wurde der Zugang schnell stark ausgeweitet. Heute sind über 180.000 Menschen über die KSK versichert – vom Fotografen über den Autoren bis zum Designer. Wer über die KSK versichert ist, bekommt die Hälfte der Sozialversicherungen (also Kranken-, Renten-, und Pflegeversicherung) vom Staat als Zuschuss. Die KSK ist dabei selber keine Versicherung, sondern verwaltet nur Ansprüche. Im Umgang mit der KSK kommt es immer wieder zu Fragen, die wir hier gerne beantworten.

Warum eine Künstlersozialabgabe?

Die KSK wird über zwei Wege finanziert. Die eine Hälfte ihres Etats stammt aus Steuermitteln. Die andere Hälfte wird über die Künstlersozialabgabe (KSA) der Verwerter finanziert. Diese Abgabe wird vom Staat auf alle Rechnungsbeträge erhoben, die für die Verwertung kreativer Leistungen abgerechnet wurden. Kreative Leistungen sind für die KSK Leistungen, die das Urheberrecht berühren, also eine gewisse Schöpfungshöhe aufweisen. Ein Logo ist eher eine eigenschöpferische Leistung, ein Satzspiegel eher nicht. Die KSA wird also immer dann fällig, wenn ein künstlerisches Erzeugnis für eine Vermarktung genutzt wird. Kaufe ich ein Kunstwerk für mich privat, fällt keine KSA an, da keine wirtschaftliche Verwertung anfällt. Übrigens wird die Künstlersozialabgabe auf die Designleistungen berechnet, unabhängig davon, ob der Designer selbst in der KSK versichert ist oder nicht.

Stellt ein Designer seinem Auftraggeber eine Rechnung über Entwurfsleistungen in Höhe von zum Beispiel 10.000 € netto aus, wird auf diesen Rechnungsbetrag die KSA in Höhe von derzeit 5,2 % fällig. Der Auftraggeber muss also zusätzlich zum Rechnungsbetrag 510 € an die KSK abführen. Zu zahlen ist die Künstlersozialabgabe auf alle Nettosummen die auf den Rechnungen der Designer aufgeführt sind, mit Ausnahme von Reise- und Bewirtungskosten und steuerfreien Aufwandsentschädigungen etc.

Warum hat mir mein Designer nichts gesagt?

Das Netz der Prüfungen für die Künstlersozialabgabe ist deutlich engmaschiger geworden, sodass immer mehr Auftraggeber einer Prüfung unterzogen werden. Nach einer Prüfung können ärgerliche Forderungen im Raum stehen, die oft zu der Frage führen: Warum hat mir mein Designer nichts davon gesagt?
Die meisten Designer setzen natürlich voraus, dass Steuerberater eine Jahrzehnte alte bundesweite Einrichtung kennen und entsprechend beraten können. Schließlich gibt Ihnen Ihr Designer auch keine Ratschläge zu Ihrer Lohnsteuer. Leider gibt es immer noch Steuerberater, denen die KSK kein Begriff ist und dementsprechend Ihre Mandanten nicht zur KSK und KSA beraten können.

Einige Designer geben bereits auf Ihren Angeboten oder Rechnungen einen Hinweis auf die fällige Abgabe. Allerdings ist diese Aussage nicht pauschal verwendbar, da Designer sehr viele unterschiedliche Leistungen anbieten können und nicht alle abgabepflichtig sind. In der Regel können Sie Ihren Designer jedoch immer auf die Künstlersozialabgabe ansprechen. In der Regel wird er alle Rechnungen korrekt deklariert haben, sodass bei einer Prüfung keine Probleme auftauchen sollten.

Kann ich die Künstlersozialabgabe umgehen?

Wenn Sie einen Auftrag an ein Designbüro vergeben, dass als Kapitalgesellschaft organisiert ist, also z.B. eine GmbH, dann werden deren Rechnungen an Sie nicht abgabepflichtig. Allerdings sind die Gehälter innerhalb der Kaptialgesellschaft abgabepflichtig, sodass diese Kosten in den Gesamtkosten der Gesellschaft einkalkuliert werden. Am Ende zahlen Sie also auch bei einer GmbH die Abgabe, wenn auch nicht in einem separaten Vorgang an die KSK. Ein Einzeldesigner hat dahingegen oft den Vorteil, dass er dank schlankerer Strukturen insgesamt etwas günstiger anbieten kann als eine GmbH. Selbst inklusive der Künstlersozialabgabe bleiben die Kosten bei einem Einzeldesigner also noch unter denen einer Kapitalgesellschaft.

Kann mein Designer etwas für mich tun?

Ihr Designer hat natürlich wenig Einfluss auf bundesweite Rechtsprechung. Sollten Sie von rückwirkenden Forderungen betroffen sein, ist das natürlich ärgerlich und kann sogar schmerzhaft sein. Allerdings gilt es hier, zunächst einen Blick auf Haftung Ihrer Steuerberatung zu werfen. Ihr Designer hätte Sie sicher informieren können. Ihr Steuerberater hätte Sie informieren müssen. Wir empfehlen, gute Geschäftsbeziehungen nicht leichtfertig zu riskieren und immer das Gespräch zu suchen.

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